Sonderförderprogramm des Landes wichtig im Kampf gegen Mitgliederrückgang bei Sportvereinen

„Wir setzen in das Sonderförderprogramm des Landes Hessen für unsere Sportvereine große Hoffnungen. Unsere Vereine haben durch die Corona-Pandemie zum Stichtag 1. Januar 2021 knapp 70 000 Mitglieder verloren. Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der Vereinsaustritte in der Zwischenzeit weiter gestiegen ist. Mit den Fördermitteln des Landes können Vereine mit hohem Mitgliederrückgang jetzt wichtige Maßnahmen zur Mitgliederwerbung und Mitgliederbindung umsetzen. Das macht uns Mut für die Zukunft.“

Mit diesen Worten hat der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, das vor Kurzem angelaufene „Sonderförderprogramm für Sportvereine mit großen Mitgliederverlusten“ begrüßt. Das Programm hat ein Gesamtvolumen von 5,3 Millionen Euro. Es richtet sich an die rund 450 der knapp 7 600 hessischen Sportvereine, die von 2019 bis 2020 mehr als 50 Mitglieder verloren haben. Die 450 Vereine haben etwa drei Viertel des Gesamtmitgliederverlustes zu verzeichnen.

„In den zwei Wochen seit Programmstart haben bereits 60 Vereine Gelder aus der Sonderförderung beantragt und rufen damit etwa 1,15 Millionen Euro ab. Das zeigt auf der einen Seite, wie wichtig das Geld für den Fortbestand der Sportvereine und damit für das Funktionieren unseres Sportsystems ist. Auf der anderen Seite zeigt es auch, dass sich unsere Vereine engagiert und kreativ mit den Auswirkungen der Pandemie auseinandersetzen und nach Lösungen für die Zukunft suchen“, so Müller weiter.

Ein gutes Beispiel dafür, sagte Müller, sei der KSV Baunatal, der im Vergleich zum Oktober 2019 pandemiebedingt rund 1 100 Mitglieder verloren habe. Der Vorstandsvorsitzende des nordhessischen Großvereins, Timo Gerhold, macht deutlich, warum das Geld aus der Sonderförderung so dringend gebraucht wird. Gerhold: „Mit den fehlenden Beitragseinnahmen schwinden vor allem unsere Möglichkeiten, den gesamtgesellschaftlichen Verantwortungen gerecht zu werden, die insbesondere durch die Großsportvereine geleistet werden: Inklusionssport, Integrationssport, Bildungsarbeit, Gesundheitsfürsorge und soziale Netzwerke für Jung bis Alt. Das Förderprogramm des Landes Hessen gibt uns jetzt starken Rückenwind bei der Mitgliedergewinnung und sichert unsere Infrastruktur.“ Lars Obermann, im Vorstand des TSV Immenhausen für die Finanzen verantwortlich, sieht das ähnlich. „Wie den meisten anderen Sportvereinen fehlen auch uns die Neueintritte, um die Corona bedingten Mitgliederverluste zu kompensieren. Die Sonderförderung ist für uns Vereine vor Ort wichtig und lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken.“

Vereine, die 50 bis 74 Mitglieder verloren haben, erhalten aus dem Programm 5 000 Euro. Bei Verlusten von 75 bis 99 Mitgliedern gibt es 7 500 Euro. Bei Mitgliederverlusten von mehr als 100 werden aus dem Programm 100 Euro pro verlorenem Mitglied bezahlt. Zudem enthält das Programm eine Sonderklausel, die den Vereinen hilft, die erheblich in ihre Infrastruktur investiert, durch die Mitgliederverluste jetzt aber Probleme bei der Finanzierung der Investitionen haben.

Rolf Müller: „Wir sind der Landesregierung, Minister Peter Beuth und dem Landtag für die Unterstützung des Sports sehr dankbar. Ohne die vielfältigen Hilfen aus Wiesbaden stünde der Sport jetzt vor existenziellen Problemen. Außerdem zeigen die Hilfsprogramme, dass die Politik die Arbeit des Sports und seiner vielen ehrenamtlich Tätigen wertschätzt. Und vor dem Hintergrund der vielen Aufgaben, die unsere Sportvereine vor Ort übernehmen, wäre ein in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränktes Sportsystem auch für die Gesellschaft unseres Landes ein schwerer Schlag.“ Informationen zum Förderprogramm gibt es im Internet unter der Adresse www.landessportbund-hessen.de/servicebereich/news/coronavirus/finanzielle-hilfen sowie unter www.landessportbund-hessen.de/sportvereintuns.

 Volle Kraft voraus: Die hessischen Sportvereine beklagen coronabedingt einen massiven Mitgliederverlust. Die Landesregierung hat vor diesem Hintergrund ein millionenschweres Förderprogramm aufgelegt. Foto: re

 Gelnhäuser Neue Zeitung