Quadrathlet Swen Kailing holt Bronze bei Deutscher Meisterschaft

Vier Disziplinen, ein Ziel und ein Rennen, das sich erst auf den letzten Kilometern entschied: Für Swen Kailing vom SV Gelnhausen und Athlet der deutschen Nationalmannschaft wurde die Deutsche Meisterschaft im Quadrathlon über die Sprintdistanz zu einer eindrucksvollen Achterbahnfahrt.

750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad, 4,6 Kilometer im Kajak und anschließend noch fünf Kilometer Laufen. Der Wettkampf war Teil des Deutschland-Cups, des Weltcups und zugleich die Deutsche Meisterschaft über die Sprintdistanz. Schon vor dem Start war klar: Es wird ein Hitzetest. Bei 33 Grad Lufttemperatur und 22,3 Grad Wassertemperatur ging es ohne Neoprenanzug ins Wasser – ein Vorteil für den guten Schwimmer vom SVG, der nach 12:54 Minuten als Vierter aus dem Bergsee stieg – nur wenige Sekunden hinter der Spitze. „Da dachte ich schon, heute könnte was gehen“, beschreibt Kailing seinen Rennstart.

Solide Radleistung in der Hitze

Auf dem Rad machte er weiter Druck. Die 20 Kilometer auf sehr welligem Profil absolvierte er in 41:35 Minuten. Trotz der hohen Temperaturen und der bereits spürbaren Belastung hielt er sich stabil in der Spitzengruppe. Bei der Zwischenzeit nach dem Rad lag Kailing weiterhin auf dem vierten Gesamtrang – das Podium war in Reichweite.

Dann aber folgte die Schlüsseldisziplin des Rennens: das 4,6 Kilometer lange Kajakfahren. Und hier wurde der Wettkampf für Kailing zum echten Prüfstein. Bei zunehmend auffrischendem Seitenwind und durch eine kleine Unachtsamkeit kenterte Kailing in der Mitte der Kajakstrecke gleich zweimal hintereinander. Jeder Wiedereinstieg kostete wertvolle Minuten und vor allem Rhythmus. Statt eines sauberen Paddelns wurde der Abschnitt zu einem Kampf gegen Wasser, Wind und Material. „Ich habe zum Glück ein Surfski, das nicht mit Wasser volllaufen kann, sonst wäre das Rennen hier vorbeigewesen. So kann man das Kajak mit einiger Anstrengung wieder besteigen und es geht trotzdem weiter.“

Mit 35:31 Minuten verlor Kailing deutlich Zeit auf die Konkurrenz und rutschte in der Zwischenwertung auf den achten Platz zurück. Der Podiumstraum schien in diesem Moment weit entfernt.

Starker Schlusspunkt auf der Laufstrecke

Doch Kailing zeigte Charakter. Auf den abschließenden fünf Kilometern lief er noch einmal ein starkes Rennen und mobilisierte die letzten Reserven. Mit der fünftbesten Laufzeit des Tages kämpfte er sich wieder nach vorne. Am Ende stand Platz fünf im Gesamtklassement der Deutschen Meisterschaft, dazu Rang drei in der Masters-50-Wertung – ein Ergebnis, das vor allem durch den Rennverlauf Gewicht bekommt. Besonders bemerkenswert: Trotz des Rückschlages im Kajak blieb er im Rennen mental stabil und zeigte auf der Laufstrecke noch einmal echte Wettkampfhärte.

Deutsche Meister

Bei den Männern setzte sich Christian Dürr (TV Ochsenfurt) in 1:38:04 Stunden die Meisterkrone auf, Deutsche Meisterin ist Anna-Lena Klee (TSV Mellrichstadt/WVC Quadrathlon) mit einer Gesamtzeit von 1:51:37 Stunden. Beide sind aktuell auch die Weltmeister auf der Sprintdistanz.

Für Kailing ging es bereits am vergangenen Wochenende weiter. Bei einem Sprint-Triathlon belegte er Platz zwei in der Altersklasse 50–54 sowie Rang sechs in der Gesamtwertung.

 Quadrathlet Sven Kailing (rechts) freute sich über DM-Bronze. Foto: re

 Gelnhäuser Neue Zeitung