Schaal und Kunert brillieren

Kurzbahn-DM: 21-Jähriger kündigt Wechsel in die USA an

Bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin sorgen die beiden herausragenden Schwimmer des SV Gelnhausen, Alexander Kunert (Jahrgang 1996) und Barbara Schaal (2001) weiter für Furore. Kunert holte am Donnerstagabend Silber über 200 Meter Schmetterling (was die GNZ bereits vermeldete) und gestern den fünften Platz über 200 Meter Freistil, wobei ihm ein neuer Vereinsrekord gelang. Zudem kündigte Kunert für das kommende Jahr einen Wechsel in die USA an, wo er sein Studium vorantreiben und seine persönliche Perspektive für die angestrebte Olympiateilnahme 2020 in Tokio verbessern will. Dennoch wird der 21-Jährige auch dann noch für den SV Gelnhausen starten, Schaal verteidigte ihren Juniorentitel über 200 Meter Rücken aus dem Vorjahr und landete gestern Abend im A-Finale auf Rang fünf.

Die Linsengerichterin Schaal verteidigte gestern ihren Juniorentitel aus dem Vorjahr über 200 Meter Rücken auf der Kurzbahn in neuer Bestzeit von 2:11,66 Minuten und landete damit nach Abschluss der Vorläufe in der offenen Wertung auf Rang fünf. Im A-Finale gestern Abend bestätigte sie ihren fünften Platz und schwamm einen neuen Vereinsrekord (2:11,50).

Am Donnerstagmorgen hatte Schaal über 100 Meter Freistil ebenfalls brilliert und mit neuer persönlicher Bestzeit von 56,98 Sekunden als fünfte in der Juniorenwertung und als 22. in der Offenen Wertung angeschlagen. Im C-Finale am Abend verfehlte Schaal die Zeit vom Morgen nur knapp in 57,03 Sekunden, konnte sich um einen Platz verbessern und wurde am Ende 21. des Gesamtklassements.

Darüber hinaus landete Schaal gestern mit der 4×50-Meter-Freistilstaffel des SV Gelnhausen, in der auch Chiara Kirsch, Susan Sparn und Luise Ohlischläger schwammen, auf dem 19. Platz.

Alexander Kunert wurde gestern Morgen im Vorlauf über 50 Meter Schmetterling Zehnter in 24,14 Sekunden und zog damit ins B-Finale ein. Am späten Vormittag schwamm er dann über 200 Meter Freistil erneut eine persönlich Bestzeit in 1:47,66, was zugleich ein neuer SVG-Vereinsrekord ist. Als Fünfter der Vorläufe bestritt Kunert gestern Abend das A-Finale, hier bestätigte er in 1:47,49 Minuten diese Platzierung. Für Kunert war es wieder einmal eine persönliche Bestzeit und ein Vereinsrekord. Zudem wurde das SVG-Ass in 24:04 Sekunden Zehnter des B-Finale über 50 Meter Schmetterling.

Am ersten Tag der Kurzbahnmeisterschaften in der Bundeshauptstadt hatte sich Kunert eine unerwartete Silbermedaille übe 200 Meter Schmetterling im A-Finale erkämpft. Dies war das Ergebnis einer Energieleistung auf den letzten 25 Metern. Bereits am Morgen hatte Kunert eine akzeptable Leistung ins 25-Meter-Becken im Berliner SSE gelegt und war als Drittschnellster für das A-Finale qualifiziert in 1:57,88 Minuten, knapp vor seinem ärgsten Widersacher und Titelverteidiger aus dem Vorjahr, David Thomasberger aus Halle/Saale. Im A-Finale sah es lange so aus, als ob Kunert keine Medaille erreichen würde. In einem engen Rennen führte zunächst Tomasberger vor Ramon Klenz aus Hamburg und Daniel Pinneker aus Neckarsulm. Mit konstanten weitausgreifenden Armzügen konnte Kunert auf den letzten Metern seine ärgsten Konkurrenten Pinneker und Thomasberger auf die Plätze drei und vier verweisen, lediglich Ramon Klenz hielt seinen Vorsprung und gewann in neuer Altersklassenrekordzeit von 1:53,68 Minuten vor Kunert, der mit neuem SVG-Vereinsrekord in 1:54,39 Minuten als Zweiter anschlug. Entsprechend groß war die Freude des 21-Jährigen. Sein dritter Start am Donnerstagmorgen aus SVG-Sicht war hingegen nicht wie erwünscht verlaufen. „Eine halbe Stunde mehr Pause, und es wäre eine andere Zeit und Platzierung drin gewesen“, sagte Kunert nach dem 100-Meter-Freistilvorlauf. Diesen musste der Gelnhäuser nur wenige Minuten nach dem Vorlauf über die kraftraubenden 200 Meter Schmetterling absolvieren. Hier reichte die Regenerationszeit nicht, er erreichte in 50,08 Sekunden als 20. das Ziel. Das damit erreichte C-Finale sagte Kunert ab. Zudem kündigte Kunert einen Wohnortwechsel an: Ihn zieht es von Berlin in die USA, wo er ab August 2018 an der Queens University of Charlotte im Bundesstaat North Carolina seinen studentischen und leistungssportlichen Weg weitergehen wird. „Ich freue mich schon riesig auf die neue sportlich Herausforderung. Selbstverständlich bleibe ich meinem deutschen Verein, dem SV Gelnhausen, treu, dem ich so viel zu verdanken habe: Meinen Trainern, die mich immer gefördert haben, insbesondere Heike Heeger. Olympia 2020 bleibt mein großes Ziel, das hoffe ich mit dem Wechsel in die USA erreichen zu können. Dem Olympiastützpunkt Berlin danke ich für die tolle Zeit, hier habe ich einen Schub bekommen, der mich zu zwei Deutschen Meistertiteln auf der Langbahn und diversen internationalen Einsätzen gebracht hat“, erklärte der heimische Topschwimmer.

Alexander Kunert erkämpfte sich die Silbermedaille über 200 Meter Schmetterling und kündigte anschließend seinen Wechsel in die USA an. Seine Gelnhäuser Vereinskameradin Barbara Sehaal (eingeklinkt) verteidigte derweil ihren Juniorentitel über 200 Meter Rücken. FOTOS: RE

 Gelnhäuser Neue Zeitung

2018-01-27T10:19:52+00:0016. Dezember 2017|Schwimmen|